Wie funktioniert Jofi?

Transparente Information über die KI-Nutzung, die Datenflüsse und die Sicherheitsmaßnahmen. Stand: Juli 2026.

Was ist Jofi?

Jofi ist eine Praxissoftware für Fachkräfte in Psychotherapie, Beratung, Supervision, Coaching und Pädagogik. Sie unterstützt die Sitzungs-Dokumentation, Klient:innen-Verwaltung und Reflexion mithilfe von Künstlicher Intelligenz.

Die App ist kein Behandlungs-Tool und kein Ersatz für Therapie. Sie ist ein Hilfsmittel für die Fachkraft — fachliche Verantwortung, Diagnostik und Behandlungsentscheidungen bleiben unverändert beim Menschen.

Welche KI wird verwendet?

Anbieter

Mistral AI · Sitz und Server in Paris (EU)

Modelle

  • voxtral-mini-2602 — für Audio-Transkription
  • mistral-small-latest — für Strukturierung, Reflexion, Analysen

Zero Data Retention

Mistral speichert die übermittelten Daten nicht über die Verarbeitungszeit hinaus. Audio-Aufnahmen werden nach der Transkription unmittelbar gelöscht.

Wie wird die KI eingesetzt?

1. Audio-Transkription

Sprachnotiz der Fachkraft → Text. Audio wird nach Transkription gelöscht.

2. Strukturierung der Doku

Transkript wird in eine fachlich angemessene Vorlage gegliedert (Fachdokumentation, Reflexion, private Notiz, nächste Schritte). Die KI passt die Sprache an die Fachrichtung an (Therapie, Beratung, Coaching, Supervision, Begleitung).

3. Reflexion über mehrere Sitzungen

Per Knopfdruck: Zusammenfassung, Therapieverlauf, Mustererkennung, Supervisionsfragen, Methoden- und Übungsvorschläge, Schwerpunkte. Quellen aus der eigenen Wissensbasis werden zitiert.

4. Krisensignal-Erkennung

Die KI flaggt Hinweise auf Suizidalität, Selbstverletzung, Fremdgefährdung, Kindeswohlgefährdung, akute Psychose oder Substanzintoxikation. Die Einschätzung bleibt bei der Fachkraft — die KI diagnostiziert nicht und macht keine Risikoabschätzung.

Was die KI sieht — und was nicht

Bevor Texte an die KI für Reflexionen gesendet werden, werden sie anonymisiert:

  • Klient:innen-Namen werden zu [KLIENT_1], [KLIENT_2]
  • Datumsangaben werden zu [DATUM_1]
  • SV-Nummern, E-Mails, Telefonnummern werden ersetzt

Die KI sieht also nie Klarnamen. Beim Anzeigen wird die Anonymisierung lokal im Browser wieder rückgängig gemacht.

Wo werden Daten gespeichert?

Datenbank

Supabase · Frankfurt (EU) · Postgres mit Row-Level-Security

Hosting

Vercel · Frankfurt (EU)

Zahlungen

Stripe Payments Europe · Dublin (EU)

Logos / Skizzen

Supabase Storage · Frankfurt (EU)

Sicherheit

  • Transport: TLS-Verschlüsselung für alle Verbindungen (HTTPS)
  • Offline-Cache: AES-256-GCM-Verschlüsselung im Browser, Schlüssel aus User-ID via PBKDF2 abgeleitet
  • Audio-Aufnahmen offline: verschlüsselt in IndexedDB, bis Upload möglich
  • Datenbank: Row-Level-Security verhindert dass Nutzer:innen Daten anderer sehen
  • Zugriffskontrolle: Jede Aktion authentifiziert per JWT-Token
  • Audit-Log: alle sicherheitsrelevanten Aktionen werden geloggt
  • Account-Löschung: auf Wunsch werden alle Daten unwiderruflich gelöscht
  • Datenexport: jederzeit als JSON oder CSV (Art. 20 DSGVO)

Trennung Verschwiegenheit vs. Transparenz

Die App unterscheidet bei jeder Sitzung drei Ebenen der Vertraulichkeit:

Fachdokumentation

Vollständige fachliche Doku — bleibt in der Patient:innen-Akte der Fachkraft.

Private Notiz

Eigene Resonanz, Gegenübertragung, Hypothesen. Wird NIE geteilt — auch nicht bei Doku-Export an Institutionen.

Institutionelle Zusammenfassung

Falls Klient:in im Auftrag einer Institution behandelt wird: separate kurze Zusammenfassung (Themen, Arbeitsebene), die per Mail-Vorlage exportiert werden kann — ohne intime Details, ohne Diagnosen.

Was die KI NICHT tut

  • Keine Diagnosen stellen
  • Keine Behandlungsempfehlungen
  • Keine Risikobewertung in Krisen
  • Keine Prognosen
  • Kein Ersatz für fachliche Supervision oder kollegiale Intervision
  • Kein Patient:innen-Kontakt — die App ist nur für Fachkräfte

Rechtliche Einordnung

Jofi ist eine Praxissoftware (Anwendung zur Unterstützung der Praxisführung, siehe Positionspapier zur Digitalisierung in der Psychotherapie in Österreich, Böckle et al. 2025). Sie ist kein DiGA, keine Online-Psychotherapie-Plattformund kein Medizinprodukt im Sinne der MDR.

Es gelten die DSGVO sowie die berufsrechtlichen Vorgaben (PthG 2024, Verschwiegenheitspflicht, Dokumentationspflicht). Die fachliche Verantwortung für Diagnostik, Behandlung und Krisenmanagement liegt unverändert bei der Fachkraft.

Fragen?

Schreib uns an office@miography.at.

Quellen für die Konzeption:Böckle, M., Fidler, K., Haid, B., Hintenberger, G., & Kierein, M. (2025). Positionspapier zur Digitalisierung in der Psychotherapie in Österreich. e-beratungsjournal.net, 21(2), Artikel 1.